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Sommerhitze: Wie kühle ich am besten ab?

Bei Hitze suchen viele nach Abkühlung. Doch Vorsicht: Zu viel Erfrischung kann sogar schaden. Worauf Sie achten sollten
von Stephan Soutschek, aktualisiert am 07.09.2015

Abkühlen im Luftstrom des Ventilators: Ein sinnvoller Tipp?

Strandperle/Robert Daly

Bei Sommerhitze kommt uns jedes Mittel zur Erfrischung gerade recht: Ob ein Bad im See, der kühle Luftstrom aus dem Ventilator oder kalte Getränke aus dem Eisfach. Doch weniger ist manchmal mehr: Zu große Temperaturunterschiede setzen dem Körper zu. Dann kann die heiß ersehnte Abkühlung an heißen Tagen sogar negative Folgen für die Gesundheit haben.

Sommergrippe: Kalte Zugluft durch Klimaanlagen und Ventilatoren

Ein Schnupfen im Sommer – wie kann das nur passieren? Erkältungen und Grippeerkrankungen sind zur heißen Jahreszeit gar nicht so selten. Oft begünstigen Klimaanlagen und Ventilatoren das Entstehen.

Betritt man von draußen einen stark klimatisierten Raum, kühlt der Körper aufgrund des großen Temperaturunterschieds innerhalb kurzer Zeit stark ab. Gerade wer zuvor stark geschwitzt hat, kann so leicht unterkühlen. Das macht anfälliger für Krankheitserreger. "Zudem trocknet die Luft aus Klimaanlagen die Schleimhäute in der Nase aus", erklärt Professorin Ulrike Protzer vom Institut für Virologie an der Technischen Universität München. Auch das erhöht das Risiko von Infektionen.

Das Immunsystem stärken – auch im Sommer

Einfache Vorsichtsmaßnahmen helfen dagegen. Zum einen sollten Sie Klimaanlagen nicht auf zu niedrige Temperaturen einstellen und bei Ventilatoren besser nicht direkt im Luftstrom sitzen. Geeignete Kleidung beugt ebenfalls Sommererkältungen vor. Ziehen Sie sich in stark gekühlten Räumen gegebenenfalls eine Schicht zusätzlich an. Regelmäßig moderat Sport treiben, Vitamine und ausreichend Flüssigkeitszufuhr helfen, die Immunabwehr zu stärken.

Die regelmäßige Wartung von Klimaanlagen ist ebenfalls wichtig. "Ansonsten können sie verkeimen", warnt Protzer. Über den Luftstrom verteilen sich die Erreger dann wie von selbst. Deshalb gehören die Geräte von Zeit zu Zeit gereinigt und desinfiziert.

Vorsicht beim Sprung ins kalte Wasser

Auch beim Baden in Seen und Flüssen gilt es, große Temperaturunterschiede zu vermeiden. Deshalb besser nicht vom Steg direkt in das Wasser springen, ohne vorher die Wassertemperatur zu prüfen und sich langsam daran gewöhnt zu haben. Sonst besteht die Gefahr, dass das Herzkreislaufsystem Probleme macht oder der Körper durch die plötzliche Kälte schnell auskühlt und die Muskeln verkrampfen. Solche Situationen sind unter Umständen sogar lebensgefährlich. Im schlimmsten Fall kann der Schwimmer ertrinken, wenn es zu einem Kreislaufkollaps oder Kälteschock kommt.

Geben Sie Ihrem Körper daher Zeit, sich an die Kälte zu gewöhnen, und gehen Sie besser langsam ins Wasser. Achten Sie auch beim Schwimmen auf Warnsignale Ihres Körpers und steigen Sie rechtzeitig aus dem Wasser, bevor Sie zu stark auskühlen.

Nicht zu kalt duschen

Nicht nur ein Badesee, auch eine kühle Dusche kann den Körper bei Hitze eine wohlverdiente Abkühlung bereiten. Eine Möglichkeit, von der viele ausgiebig Gebrauch machen, oft zweimal täglich. Ist das etwa zu oft?

"Bei normaler Haut stellt das in der Regel kein Problem dar", erklärt Dr. Simone Treichel vom Dermatologikum Hamburg. Anders sieht das für Menschen aus, die zu trockener Haut neigen. Sie sollten bei mehrmals täglichen Duschen besser auf Seife verzichten und den Körper anschließend eincremen. Eine sinnvolle Alternative ist  auch, sich nur an den vom Schweiß besonders betroffenen Stellen abzuwaschen, etwa unter den Achseln.

Lauwarm abduschen ist zum Abkühlen mittelfristig günstiger als mit eiskaltem Wasser. Denn bei letzterem ziehen sich reflexartig die Gefäße in der Haut zusammen, um Wärme zu speichern. So ist nach der Dusche schon der nächste Schweißausbruch vorprogrammiert, wenn der Körper die gespeicherte Wärme wieder loszuwerden versucht.

Gekühlte Getränke verträgt nicht jeder

Bei großer Hitze ist genug trinken wichtig, um den durch Schwitzen bedingten Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust auszugleichen. Stark gekühlte Getränke sind dazu allerdings nur bedingt geeignet: Denn auch hier steuert der Körper dem gefühlten Temperatursturz in Mund, Magen und Darm entgegen, indem er zusätzlich Wärme produziert. Der Körper muss zusätzliche Energie aufbringen, um sie zu erwärmen. Auch mancher Magen verträgt zu kalte Flüssigkeiten nur schlecht. Außerdem kann der Kreislauf durch die inwendigen Temperaturunterschiede belastet werden, weil sich die Gefäße in den Schleimhäuten eng stellen, die mit dem kalten Getränk in Berührung kommen.

Besser ist es daher unter Umständen, statt zu kalten zu lauwarmen Getränken zu greifen. Dann bleiben die Blutgefäße in Magen und Darm weit, und die Flüssigkeit kann rasch aufgenommen werden. Wie der Körper reagiert, ist aber von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Pauschal abraten kann man von kalten Getränken also nicht.



Bildnachweis: Strandperle/Robert Daly

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